Die Umschreibung des Lehrstuhls weist die drei Fächer Pastoraltheologie, Homiletik und Religionspädagogik/Katechetik aus. Hinzu kommt die Zuständigkeit für die Caritaswissenschaft. Damit obliegt dem Lehrstuhl die Verantwortung für mehrere Disziplinen aus der Fächergruppe der Praktischen Theologie.
Die wissenschaftliche Arbeit am Lehrstuhl ist sowohl in der Lehre als auch in der Forschung geleitet von der Absicht, die genannten praktisch-theologischen Fächer als Wirklichkeitswissenschaften zu gestalten, d.h. als Wissenschaften, die sich spezifisch durch ihren Bezug zur Lebenswirklichkeit der Menschen auszeichnen. Dem liegt eine bestimmte, vom gängigen Denken sich unterscheidende Sicht der Lebenswirklichkeit zugrunde.
Bis heute betrachtet man diese normalerweise als das Andere von Theologie und Kirche, als eine Lebenssphäre, in welche Inhalte des christlichen Glaubens erst hineingebracht und dort „angewendet“ werden müssten.
Die Arbeit am Lehrstuhl erkennt hingegen in der Lebenswirklichkeit der Menschen selbst einen theologiegenerativen Ort, aus dem Fragestellungen und Inhalte des christlichen Glaubens in einer Weise erwachsen, wie sie Theologie und Kirche nie aus sich heraus hervorbringen könnten. Die Lebenswirklichkeit der Menschen firmiert als Quelle theologischer Erkenntnis. Folglich konstituiert gerade ihre Verwurzelung in der Lebenswirklichkeit den genuinen Charakter der praktisch-theologischen Disziplinen als Theologie.