Die Theologische Fakultät Paderborn verabschiedete Prof. Dr. Norbert Börste nach 26-jähriger Lehrtätigkeit in den Ruhestand. Prorektor Prof. Dr. Stephan Wahle dankte dem Wissenschaftler für sein jahrzehntelanges, unermüdliches Engagement in Lehre und Forschung und würdigte den beeindruckenden Lebensweg und das Lebenswerk des renommierten Kunsthistorikers.
Ein außergewöhnlicher Lebens- und Bildungsweg
Der 1947 in Datteln geborene Börste blickt auf einen beeindruckenden Werdegang zurück. Nach einer Ausbildung zum Schaufenstergestalter schlug er den zweiten Bildungsweg ein, legte 1974 sein Abitur am Clemens-Hofbauer-Kolleg in Bad Driburg ab und studierte anschließend Kunstgeschichte, Philosophie, Soziologie und katholische Theologie an der Universität Münster.
Bereits während des Studiums (1978–1982) legte er den Grundstein für seine lebenslange Verbindung zum Paderborner Dom: Als freier Mitarbeiter der Dombauhütte wirkte er aktiv an den damaligen Domgrabungen und der Restaurierung der Kathedrale mit. 1985 folgte die Promotion über den „Paderborner Dombau des 13. Jahrhunderts“.
Gestalter der regionalen Museumslandschaft
Vor seiner akademischen Karriere in Paderborn prägte Börste die Kulturlandschaft der Region maßgeblich. Von 1987 bis 1992 war er der erste Leiter des neugegründeten Museums im „Stern“ sowie des Stadtarchivs in Warburg. Anschließend leitete er bis 2012 als Kurator im Kulturamt der Stadt Paderborn das Historische Museum im Marstall in Paderborn-Schloss Neuhaus und die Glas- und Keramiksammlung Nachtmann. Seit 1999 ist er zudem als Kurator für den Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens (Abt. Paderborn e. V.) aktiv.
Lehre und Forschung an der Fakultät
Seit dem Jahr 2000 vermittelte Börste den Studierenden als Lehrbeauftragter für die Geschichte der christlichen Kunst tiefes Fachwissen. In Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen ernannte ihn der damalige Erzbischof Hans-Josef Becker im Jahr 2022 zum Honorar-Professor der Theologischen Fakultät Paderborn.
Neben wegweisenden Projekten wie der Erforschung von Raum, Licht und Farbe im Dom („Lichtgewänder“, 2008–2012) und der Mitorganisation großer Jubiläen (wie dem Fürstenberg-Projekt 2004 und dem 1000-jährigen Bestehen der Bartholomäuskapelle 2017) war er maßgeblich an den Forschungsprojekten zum Paderborner Dom am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft beteiligt.
Aus dieser intensiven Forschungsarbeit gingen drei Buchveröffentlichungen im Bonifatius Verlag hervor:
- Norbert Börste/Stefan Kopp/Jonas Miserre (Hg.): Die Paderborner Kathedrale als Kirche-, Kunst- und Lebensraum im europäischen Kontext (2020)
- Norbert Börste/Martin Fischer/Stefan Kopp (Hg.): In der Herzkammer des Erzbistums. Die Paderborner Domkrypta in Geschichte und Gegenwart (2023)
- Martin Fischer/Norbert Börste/Stephan Wahle (Hg): Der Paderborner Dom im 19. Jahrhundert. Kirchenbau, Geschichte und Liturgie im Zeitalter des Historismus (2025)
In Fortsetzung dieser Forschungen laufen derzeit intensive Planungen für ein dezentrales Ausstellungsprojekt anlässlich des 200. Geburtstags von Dom- und Diözesanbaumeisters Arnold Güldenpfennig (1830–1908) im Jahr 2030.