Die Achtung der Autonomie und Selbstbestimmung des Menschen gilt heute als zentrales Kriterium für die Humanität sozialer Ordnungen. Für den Sozialphilosophen Axel Honneth ist Autonomie jedoch immer relational vermittelt. Um ihre normative Kraft zu entfalten, muss sie – in all ihren Facetten – von anderen Menschen anerkannt werden. Die Vorlesung zeigt dabei beispielhaft auf, wie die christliche Gottesrede, aber auch die Kirche als Deutungsgemeinschaft Anerkennungsstrukturen schafft. Diese werden dabei zugleich in ihrer Ambivalenz in den Blick genommen: Als Strukturen, die befreiend wirken, aber auch festlegen und einengen können.
Dr. Markus Adolphs ist seit dem Wintersemester 2026/27 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent für Dogmatik an der Theologischen Fakultät Paderborn. In seiner Dissertation hat er sich mit der Anerkennungstheorie Axel Honneths auseinandergesetzt und diese als mögliches Interpretament des Christusereignisses analysiert.