Ist der geglaubte Gott (immer) ein guter Einfluss auf die Menschen? Welche Gefahren birgt Religion, und welche Grenzen sollten ihr gesetzt werden? Nachdem eine erste biblisch-exegetische Vorlesung die Hermeneutiken, mit denen biblische Texte gelesen werden, einer diesbezüglichen Prüfung unterzog, stellt eine zweite biblisch-theologische Vorlesung die Frage, ob und inwiefern eine solche (Selbst-)Reflexion der Religion auf ihre destruktiven Potentiale hin bereits in den biblischen Schriften selbst angelegt ist. Im Fokus steht hier das Alte Testament, ein in sich vielstimmiger Kanon, dessen Schriften in je anderer Weise im Juden- wie im Christentum als Heilige Schriften gelten.
Prof. Dr. Michael Konkel ist seit 2008 Professor für Altes Testament an der Theologischen Fakultät Paderborn. Seine Forschungsinteressen gelten besonders dem Pentateuch und dem Propheten Ezechiel, die er mit einem Blick auf ihre Theologie und Anthropologie untersucht, aber auch auf ihre Art und Weise, Gewaltpotentiale zu reflektieren.